Chronik

Chronik der SGI (Auszug):

Im Jahre 1954 wurde nach der Gründung der „Gesellschaft für Sport und Technik“ (GST), eine Organisation der DDR zur vormilitärischen Ausbildung, in Poley eine Grundorganisation der GST mit einer Sektion Seesport gegründet. Erster Vorsitzender war Karl Krahn aus Poley. Zunächst gab es Wettkämpfe im militärischen Mehrkampf, bei denen sich jedoch das Sportschießen als bleibende Wettkampfart etablierte.

Die Grundorganisation erhielt den Namen „Ernst Schneller“. In vielen freiwilligen Einsätzen entstand in der Nähe der ehemaligen Schule außerhalb der Ortslage ein Schießstand auf dem zum Schluss auf 8 Bahnen geschossen werden konnte. Poley besaß damit zu dieser Zeit die größte Schießanlage im Kreis Finsterwalde. Hier fanden im Rahmen der vormilitärischen Ausbildung, die zu jeder Berufsausbildung dazu gehörte, interne Wettbewerbe im Sportschießen statt.
Große Ausbildungsbetriebe wie das Tiefbaukombinat Cottbus, welches in seinem Kinderferienlager am Sallgaster Bahnhof auch Schulungen der Wehrausbildung durchführte, nahmen die Möglichkeiten des Poleyer Schießstandes in Anspruch.
Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre wurde in freiwilligen Arbeitseinsätzen der Vereinsmitglieder, unterstützt durch die Gemeinde Sallgast und den Kreisvorstand der GST in Finsterwalde, ein Vereinsgebäude errichtet welches 1982 in Nutzung genommen werden konnte.

Den Mitgliedern der Grundorganisation Poley gelang es im Rahmen des Schießsports bis zum Ende der DDR im Jahre 1990 mehrere Kreismeistertitel und gute Platzierungen sowie Medaillen auf Bezirksebene zu erreichen.
1990 wurde die GST und damit auch die Grundorganisation in Poley aufgelöst. Die vorhandenen Kleinkaliberwaffen wurden staatlicherseits eingezogen und der Schießstand für eine Weiternutzung gesperrt.
Die Sportschützen, die zu DDR-Zeiten nur innerhalb der GST eine Möglichkeit zur Ausübung dieser Sportart fanden, wollten jedoch nicht aufgeben.
Am 21. Juni 1990 wurde in einer emotionsgeladenen Atmosphäre von 16 ehemaligen Schützen die „Schützengilde e.V. Sallgast 1990″ gegründet und die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Finsterwalde beantragt. Als Vorsitzender wurde Fred Reiche gewählt. Geschossen wurde zunächst auf zugelassenen Schießständen anderer Vereine da die Poleyer Anlage den höheren Sicherheitsstandards der Bundesrepublik Deutschland nicht entsprach. Hinzu kam dass für das Gelände, auf dem sich die Vereinsräume und die Schießanlage befinden, die Eigentumsverhältnisse geklärt und geregelt werden mussten.
Im Jahre 1998 konnte nach umfangreichen Umbauarbeiten der Schießstand für die Nutzung von Kleinkaliberwaffen freigegeben werden. Ein Jahr später war es der Präsident des Brandenburgischen Schützenbundes, Rainer Wickidal – ein gebürtiger Poleyer, der die offizielle Eröffnung der Anlage als Schießstand für Großkaliberwaffen vornahm. Gleichzeitig erfolgte die Umbenennung des Vereins in „Schützengilde e.V. Sallgast-Poley 1990″.

Zu den Erfolgen des Vereins zählen unter anderem die Landesmeistertitel 2007 und 2008 in den Disziplinen Großkaliber-Revolver .44 Magnum und Großkaliber-Pistole .45 ACP durch Frank Noack, die Amtskönige des Amtes „Kleine Elster/Niederlausitz“ Fred Reiche (2005), Frank Berghäuser (2006) und Thomas Weber (2007), die Amtskönigin Kristin Donath (2016) sowie die Teilnahme von Frank Noack an den Deutschen Meisterschaften in der Disziplin Großkaliber-Pistole .45 ACP in den Jahren 2009 und 2011 in München.

Nachdem nun der Wunsch nach Vergößerung des Schützenheims immer lauter wurde, kam man mit der Gemeindevertretung, den zuständigen Ämtern und Vertretern ins Gespräch. Leider wurde aus dem Traum einer raschen Baugenehmigung eine geplatzte Seifenblase. Erstens war die Gemeinde darauf bedacht, den für 99 Jahre dauernden Pachtvertrag schnellstmöglich auslaufen zu lassen und das Gelände zu veräußern. Der genannte Quadratmeterpreis lag anfangs im Bereich, der uns keinerlei Schmerzen bereitete. Nur waren die Angaben mit jedem neuen Schreiben nichtig und wurden arg angezogen. Auch sollte uns plötzlich eine Vermessung aus DDR-Zeiten  in Rechnung gestellt werden.
Richtig spannend wurde dann die Auflage des Katasteramtes, die Zufahrt neu vermessen zu lassen. Dank einer tatkräftigen Sponsorenleistung der Lauchhammeraner Marktscheider konnte auch diese Aufgabe bewältigt werden und der Eintrag im Grundbuch erfolgen.
Leider wurde der am Anfang genannte Preis durch Steuern, Gebühren, Honorare, Eintragungen, Nachweise, Prüfzeugnisse, Überprüfungen, Grundpreisanpassungen und wer weiß was sonst noch, Stück für Stück weit über unsere Schmerzgrenze hinaus getrieben. Nun aber sind wir Eigentümer des Areals und haben wieder genügend Zeit, um uns Gedanken über die Erweiterung des Sitzungsraums, der Vergrößerung der Küche und der sanitären Einrichtungen zu machen.
Die sportlichen Erfolge im Jahr 2013 waren auf Grund der schweren Krankheit unseres Spitzenkaders eher durchschnittlich. Somit gab es leider keinen Teilnehmer an den Landes- und den Deutschen Meisterschaften. Doch die Teilnahme an den Kreismeisterschaften wurde für alle Dabeigewesenden zum bestmöglichen Erfolg. Jeder kam mindestens mit einem KM-Titel nach Hause.
Beim Amtskönigsschießen des Jahres 2013 hatten die befreundeten Massener Schützen die ruhigste Hand und das genaueste Auge.

Leider gab es 2013 auch mehrere Abgänge. Ein Schützenbruder und Gründungsmitglied verstarb nach kurzer schwerer Krankheit, ein weiterer musste altersbedingt die Flinte an den sprichwörtlichen Haken hängen und zwei Sportfreunden wurde nach Verletzung der Satzung der Ausschluss erklärt.
Daher liegt die Mitgliederanzahl bei 25 Sportfreunden und 2 Sportfreundinnen.

Bis hierher soweit, wir versuchen möglichst zeitnah diese Chronik weiterzuführen.

GUT SCHUSS!!!

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